Unsere Baustelle
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Erweiterung trägt der Umsatzentwicklung Rechnung – Umzug im ersten Quartal 2009
Südkurier, 27.09.2008 von Klaus Wild
Wenn jedes Fleckchen mit irgendetwas belegt ist, hat man noch keinen guten Flächennutzungsgrad. Odin und Robert Jäger kennen den Unternehmensberater Dieter Mack von Mack und Partnern aus Ulm – Neu Ulm seit seiner Mitgestaltung der Dreherei, die im ehemaligen Krankenhaus heranwächst.
Furtwangen – Als es nun um die Planung der Fertigung im Neubau zwischen Martin-Schmitt-Straße und dem historischen Altbau von 1898 ging, konnte Mack Unternehmer und interne Planer schnell von der Notwendigkeit radikaler Umstellungen überzeugen. Dabei konnte er Gewachsenes, wie die Förderung der zwanglosen Kommunikation auf dafür eingerichteten Begegnungsinseln in sein Fertigungs-Konzept der “Flow Line” integrieren.
Waren bisher heikle Begegnungen von eingehendem Material und abgehender Fertigware vorprogrammiert, so wird ab dem ersten Quartal 2009 der Materialfluss von Westen nach Osten durch die Produktion laufen. Der Wareneingang bleibt im Westen. Das neue Gebäude links neben der Gründerzeitfront öffnet seine östliche Glasfront, einem Lokschuppen aus der Zeit sehr ähnlich, auf Terminals für den Warenausgang. Stabsstellen wie Verwaltung, Ein- und Verkauf, Marketing und Vertrieb sowie Entwicklung, Konstruktion und Arbeitsvorbereitung finden sich, neu verteilt, im Altbau wieder.
Parallel zur südlichen Altbaufront, an dessen jetziger Außenseite entlang, wird ein Logistik-Korridor installiert. Die Mitarbeiter dort sind die Schnittstelle zwischen Kopf und Hand der Fertigung, ähnlich dem Rückgrat, von dem aus die Körperfunktionen und Glieder gesteuert werden. Das neue Konzept verkürzt sowohl Kommunikationswege als auch den Materialfluss durch die Produktion. Dadurch wird eine beträchtliche Reduzierung der Stückkosten erreicht. Geringere Durchlaufzeiten führen zu mehr Terminsicherheit und damit zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt.
Das neue Gebäude wird das Niveau der Südtangente nur um eineinhalb Meter überragen. Ein Glasturm, in dessen Innerem ein vertikales Lagersystem ähnlich einem Paternoster untergebracht ist, zeigt auch Vorbeifahrenden, dass bei Ketterer Getriebebau immer etwas in Bewegung ist. Die Statik des Flachdachs ist so ausgelegt, dass auch eine leichtgewichtige Fertigungslinie Platz fände. Bislang bietet es Raum für 37 Fahrzeuge.
Wenn Ende Dezember 2008 der Bau einschließlich des Lagersystems fertig sein wird, kann während der Betriebsruhe der intern zu bewältigende Teil des Umzugs beginnen. Die Schwergewichte werden von einer darauf spezialisierten Umzugsfirma an die anschlussfertigen neuen Standorte transportiert. Dafür sind im ersten Quartal 2009 zwei Tage vorgesehen. Die Außen- und Innenbau-Abwicklung wird von Bozidar Kalezic gesteuert. Mit dem Gesamt-Design wurde eine Innenarchitektin beauftragt, die schon an der aufwändigen Fassadenrenovierung des Altbaus beteiligt war.
Ketterer Getriebe beschäftigt am Standort Furtwangen derzeit 118 Mitarbeiter, über 40 Prozent sind Frauen. In 2007 machte die Firma 17 Millionen Euro Umsatz, Tendenz steigend. Der Neubau bedeckt insgesamt 2300 Quadratmeter, davon sind 1100 für die Produktion, der Rest verteilt sich auf Montage, Versand und den neuen Empfang. 800 Quadratmeter Glas werden verarbeitet. Auf dem Dach haben 37 Fahrzeuge Platz, die über eine Rampe von der Bahnhofstraße her auffahren können.
Bild oben rechts: Odin Jäger, Sven Borchert, Robert Jäger, der interne Bauleiter Bozidar Kalezic und der externe Planer Dieter Mack aus Ulm/Neu Ulm vor der historischen Fassade, die den Logistik-Korridor zu den Stabsstellen hin begrenzen wird.
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