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BKS Ketterer erfindet Firma neu
Getriebauer erweitert für rund drei Millionen Euro / Produktion und Verwaltung ganzheitlich umgemodelt
Schwarzwälder Bote, 04.09.2008 von Matthias Winter
Furtwangen – Eigentlich wollte die Firma BKS Ketterer GmbH & Co.KG nur eine neue Produktionshalle bauen. Nun ist daraus eine neue Fabrik geworden, in der die Produktionsabläufe nach den neuesten Erkenntnissen organisiert werden. An die drei Millionen Euro investiert Odin Jäger dafür.
Am Mittwoch hatte das Unternehmen zu einer Pressekonferenz geladen, Vertriebsleiter Michael Seifritz stellte das Neubau-Projektteam vor, auch Geschäftsführer Odin Jäger war gekommen. Erfreulich ist der Anlass für die Erweiterung, das Unternehmen habe in den vergangenen drei Jahren seinen Umsatz verdoppelt, erläuterte Odin Jäger.
Im vergangene Jahr belief sich der Umsatz auf rund 17 Millionen Euro, im ersten Halbjahr diesen Jahres gab es eine zehnprozentige Steigerung. Für den Rest des Jahres sei mit einer Abschwächung der Auftragslage zur rechnen, meinte Jäger. Das verschafft aber auch dringend benötigte Luft für den Erweiterungsbau.
Dieser erstreckt sich parallel zu dem bestehenden, denkmalgeschützten Gebäude, zwischen diesem und der Südtangente. Die Fassade des Altbaus wird jedoch belassen, zwischen den beiden Gebäuden entsteht ein Korridor, der oben durch ein Glasdach abgeschlossen wird. Im vorderen Bereich, neben dem alten Eingang, entsteht der neue Empfang.
»Von dort kann man bis ans Ende des Korridors sehen«, meinte Odin Jäger. Die neue Halle wird im Erdgeschoss rund 1 200 Quadratmeter umfassen, darüber sind es noch einmal 1 000 Quadratmeter. Diese Dachfläche wird zuerst einmal als Parkdeck genutzt. Noch vor Weihnachten soll der Rohbau stehen.
Die entscheidende Weichenstellung ist aber bereits gelaufen: Die Firma entschied sich, einen externen Berater hinzuzuziehen. Dipl.Ing. Dieter Mack erläuterte seine Aufgabe, die darin bestand, ganzheitliche Strukturen mit neuesten Erkenntnissen in Produktion und Verwaltung umzusetzen. Dabei habe man sich nicht, wie üblich, vorab an bestehenden Strukturen orientiert. »Wir haben alles so geplant, als würden wir auf der grünen Wiese einen Neubau erstellen«, erläuterte Mack.
Kriterien waren etwa eine Verschlankung der Abläufe, eine integrierte Fließfertigung beziehungsweise Modernisierung der Produktionsabläufe, die Erhöhung der Produktivität und Senkung der Stückkosten, eine Steigerung der Flexibilität und natürlich eine optimale Nutzung des umbauten Raumes.
Schließlich sollte das Grundstück optimal genutzt und transparente Strukturen sollten geschaffen werden. »Die Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen« so Mack. Er selbst komme gerne zu Ketterer wegen der offenen Strukturen. »Schließlich kann man nur mit einem guten Team Berge versetzen«, betonte Mack.
All die Kriterien wurden nun bei der Planung berücksichtigt. »Es bleibt keine Maschine an ihren Standort«, versicherte Odin Jäger. Und für Transparenz sorgen schon 800 Quadratmeter Glas, die in Fassade und Dach verbaut werden. Eine wichtige Zielsetzung war auch, dass Verwaltungsfunktionen möglichst nah an die Produktion geholt werden. Dem tragen beispielsweise »Inseln« in dem erwähnten Korridor zwischen altem und neuem Gebäude Rechnung.
Neue Wege sollen auch bei der Beheizung des Gebäudes gegangen werden. Derzeit laufen noch Untersuchungen hinsichtlich einer Geothermie-Nutzung. Ansonsten ist eine Holzpellet-Heizung am wahrscheinlichsten, die neben dem Gebäude untergebracht würde. Von den erwähnten drei Millionen Euro fließen etwa 1,5 Millionen in den Erweiterungsbau, annähernd die gleiche Summe soll in die Ausstattung mit Maschinen und Regalsystemen fließen, die ebenfalls platzsparend sind.
Bild oben rechts: So soll die Firma BKS Ketterer aussehen, wenn alles fertig ist, rechts der Altbau mit dem bisherigen Eingang, links der Neubau mit einem über das Dach herausragenden Regaltürmchen aus Glas.
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