22.05.2015 | Mehr Wertschöpfung durch mehr Wertschätzung

Mehr Wertschöpfung durch mehr Wertschätzung

NRWZ.de, 22.05.2015

Wer in Zukunft ausreichend Fach-, Führungs- und Nachwuchskräfte bekommen will, der muss den Nachweis erbringen, dass er ein attraktiver Arbeitgeber ist. “Es genügt nicht mehr, dass eine Firma gute berufliche Perspektiven und Arbeitsbedingungen bietet, um Fachkräfte anzulocken”, schreibt die IHK in einer Pressemitteilung.

Unternehmen müssen dafür sensibilisiert werden, ihre Vorzüge potenziellen Arbeitnehmern gegenüber auch deutlich zu machen. Aus diesem Grund hat die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg mit 60 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen in fünf Workshops für die mittelständische Wirtschaft in der Region das Siegel „Attraktiver Arbeitgeber“ entwickelt.

Acht Unternehmen wurde nun von der IHK nach erfolgreichem Audit das Siegel in Bronze offiziell übergeben. Die Siegel in Silber und Gold werden nun angestrebt. „In den Führungsetagen ist die Erkenntnis, als attraktiver Arbeitgeber bei den eigenen Mitarbeiten und in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, angekommen, und es wird schon viel dafür getan, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez bei der Siegelübergabe. „Um es auf den Punkt zu bringen: Mit dem Siegel des Attraktiven Arbeitgebers wollen wir noch mehr Wertschöpfung durch mehr Wertschätzung erreichen“, so Thomas Albiez.

Das IHK-Siegel zum Attraktiven Arbeitgeber sei bundesweit einzigartig und für die Unternehmen der Region eine exzellente Möglichkeit, sich für den Wettlauf um Fachkräfte und Talente aufzustellen. Viele Unternehmen hätten erkannt, dass sie zusätzlich zur Sichtbarkeit ihrer Attraktivität eine bessere Wertschöpfung erreichen, wenn sie auf die Vielfalt und das Engagement ihrer Mitarbeiter setzen“, so IHK-Projektleiter Hugo Frey. Dazu gehöre ein Bewusstseinswandel hin zu einer werte- und leistungsorientierten Unternehmens- und Führungskultur. „Ein wichtiger Aspekt ist dabei, die eigenen Mitarbeiter als wichtigste Botschafter dieses Wandels einzusetzen“, so Frey.

Auditiert wurden die acht Unternehmen in den Handlungsfeldern Führungs- und Unternehmenskultur, Kompetenzentwicklung und Qualifizierung, betriebliches Gesundheitsmanagement und -förderung, Familienfreundlichkeit und Work and Life Balance, Entlohnung und Anerkennung sowie Markenbildung des Unternehmens. Fritz Habel, Geschäftsführer bei der Firma Habel in Rietheim-Weilheim sagte: „Das Thema Mitarbeiterbindung und –findung brennt den Unternehmen unter den Nägeln. Mit dem Siegel haben wir jetzt mehr Stellenbewerbungen.“

„Die Mitarbeiter sind der maßgebende Faktor für die Unternehmen. Denn Maschinen können auch die Wettbewerber kaufen“, so Magnus Mauch, Geschäftsführer der Firma Kurt Meder in Villingen-Schwenningen. Achim Scheerer, Geschäftsführer der Scheerer Logistik in Aichhalden ergänzte: „Das Wachstum eines Unternehmen kann ohne die Einbindung der Mitarbeiter nicht aufrecht erhalten werden.“

Mitarbeiter von Unternehmen, die als „Attraktive Arbeitgeber“ besonders gut abschneiden, sind überdurchschnittlich motiviert: Bei Spitzenunternehmen trifft dies auf zwei Drittel der Belegschaft zu. Diese Unternehmen erwirtschaften auch im Durchschnitt 30 Prozent bessere Ergebnisse als vergleichbare Firmen. Unter anderem, weil ihre Mitarbeiter auch hervorragende Botschafter bei der Rekrutierung von Fach- und Führungskräften sind und ein Fachkräftemangel in diesen Firmen nicht besteht.

Bild & Text: pm

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