09.01.2015 | Ketterer Getriebe ist "attraktiver Arbeitgeber"

Ketterer Getriebe ist "attraktiver Arbeitgeber"

Schwarzwälder-Bote, 09.01.2015

Nun hat es die Firma BKS Ketterer Getriebe mit Brief und Siegel von der Industrie- und Handelskammer (IHK): Sie hat sich als besonders “attraktiver Arbeitgeber” präsentiert – dies bestätigt vor allem auch durch eine umfangreiche Umfrage bei den Mitarbeitern.

Hugo Frey, der im Auftrag der IHK die entsprechenden Betriebe begleitet und die Untersuchungen durchführt, machte dabei deutlich, dass die Anforderungen für dieses Gütesiegel sehr hoch sind. Nach seiner Einschätzung würden maximal 30 Prozent der Betriebe im Bereich der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg dieses Siegel überhaupt erreichen können. Bisher haben sich neun Firmen dieser neuen Untersuchung unterworfen, drei haben es allerdings nicht geschafft. Mancher Betrieb, so Hugo Frey, wolle sich an dieser Untersuchung nicht beteiligen, weil ihm im Vorfeld kein positives Ergebnis garantiert werden könne.

Was ist ein attraktiver Arbeitgeber? Dazu wurden von Hugo Frey verschiedene Bereiche des Unternehmens genauer unter die Lupe genommen: die Führung- und Unternehmenskultur genauso wie die Vorsorge für die Gesundheit der Mitarbeiter, die Entlohnung und Anerkennung ebenso wie die Familienfreundlichkeit.

Martina Furtwängler, Bereichsleiterin berufliche Ausbildung in der IHK, erläuterte, dass bei dem seit einigen Jahren in Kooperation mit den Betrieben an den Schulen angebotenen Programm Syperb (auch das OHG ist hier erfolgreich beteiligt) häufig bei den Schülern keine entsprechenden Informationen über die Betriebe der Region vorhanden sind, schon gar nicht über die vielfältigen Möglichkeiten der Ausbildung. Daher wollte man nun eine Plattform schaffen, mit der sich die Betriebe besser in der Öffentlichkeit präsentieren und ihre Qualitäten deutlich machen können.

In den letzten Wochen hat daher Hugo Frey bei BKS Ketterer die verschiedenen Bereiche unter die Lupe genommen und auf die oben genannten Anforderungen überprüft. Etwa 60 Prozent der Wertung für dieses Siegel wurden aus einer anonymen Umfrage unter den Mitarbeitern gewonnen, die mit mehr als 60 Fragen die Qualität ihres Betriebes aus ihrer eigenen Sicht beurteilen mussten. Jede dieser Fragen und auch die Untersuchung von Hugo Frey wurde jeweils mit den Schulnoten von Eins bis Sechs bewertet. Und nur bei einem Gesamtdurchschnitt von 3,0 oder besser kann eine Firma dieses Siegel erringen.

Doch dieses Siegel soll nun erst der Anfang sein, erklärte Martina Furtwängler. Denn in den nächsten beiden Jahren wird Hugo Frey die Firmen weiter begleiten. Wie Geschäftsführer Odin Jäger von BKS deutlich machte, war dies vor allem eine Standortbestimmung. Robert Jäger erläuterte weiter, dass bei der Untersuchung auch bestätigt worden sei, dass in der Firma viel getan wird, aber manches unkoordiniert oder unzulänglich geplant. Für den weiteren Bestand der Firma sei aber entscheidend: „Wir müssen attraktiv sein, sonst bekommen wir hier auf dem Land keine Leute für den Betrieb!“ Und so strebt man mit verschiedenen Aktionen, bereits gestern begann dies mit einem Workshop im Betrieb, die vorhandenen Möglichkeiten zu verbessern und auszubauen, um dann in zwei Jahren die Prüfung für das Siegel in Silber bestehen zu können. Diese seien allerdings, so Hugo Frey, noch wesentlich anspruchsvoller. Diese Anforderungen würden nach seiner Schätzung aktuell nur etwa zwei Prozent der Betriebe im IHK-Gebiet bestehen.

Bereits in einem halben Jahr muss Ketterer erste Maßnahmen auf den Weg gebracht und nach einem Jahr umgesetzt haben.

Das Siegel der IHK “attraktiver Arbeitgeber” ist nicht an bestimmte Branchen oder Betriebsgrößen gebunden. Jede Firma – vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum großen Konzern, von der Industrie bis zu den Banken – kann sich dieser Überprüfung stellen. BKS Ketterer Getriebe ist der erste Betrieb im Oberen Bregtal. Allerdings gibt es in Furtwangen drei weitere und in Gütenbach einen Interessenten, die überlegen, ob sie sich auch dieser Überprüfung stellen wollen. Bisher haben sich bei diesem relativ neuen Programm neun Firmen im Bereich der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg der Überprüfung gestellt, sechs von ihnen haben bestanden. Darunter ist nur ein weiterer Industriebetrieb, aber auch Unternehmen wie die Volksbank Rottweil oder Scheerer Logistik.

Bild: Heimpel, Text: sh

« Zurück zur Übersicht