27.09.2008 | 175 Jahre: Ketterer in Festlaune

175 Jahre: Ketterer in Festlaune

Südkurier, 27.09.2008

Ein rundes Firmenjubiläum wird am 15. September mit einem Tag der offenen Tür und einem abwechslungsreichen Festprogramm gefeiert: Anlass ist die Gründung der Firma B. Ketterer Söhne vor 175 Jahren. Derzeit entsteht auch eine Firmenchronik, die zum Jahresende erscheinen soll.

Ketterer Getriebe? Der Name für die geschäftlichen Außenbeziehungen ist am Stammsitz Furtwangen nicht recht verwurzelt. Man spricht hier kurz und knapp von “BKS”, wenn vom Antriebe- und Getriebefertiger B. Ketterer Söhne an der unteren Bahnhofstraße die Rede ist.

Keinewegs kurz und knapp ist dagegen die Firmengeschichte, die 1832 in der Uhrmacherwerkstatt von Benedikt Ketterer ihren Anfang nahm. Sie soll dieses Jayhr für die Mitarbeiter der eine Anknüpfungspunkt für die Identifikation mit dem eigenen Betrieb sein.

“Bei uns sind Geschichte und Zukunft sehr gut vereint”, sagt der Marketing-Verantwortliche Michael Seifritz. So erwirtschaftete die Furtwanger Firma im vergangenen Jahre 65 Prozent ihres Umsatzes in Höhe von 15 Millionen Euro im Export. Ausgebaut werden soll vor allem der USA-Anteil. Von fünf soll der US-Anteil auf zehn bis 20 Prozent klettern. Ein Ausbau der Messepräsenz – im Juli auf der Chicagoer Messe Neocon – soll den Grundstock legen. Aber auch im inländischen Markt sieht sich Ketterer Getriebe mit seinen meist “unsichtbaren” Präzisionslösungen, die sich in ihrer Funktion dem Design unterordnen, gut aufgestellt.

Vom Gyrosgrill über Schiebetore, Sonnenschutz, medizintechnisches Gerät, Pflegebetten oder Rollstühle: Wo Ketterer sein über Jahre erworbenes Know-how der Getriebetechnologie auf der einen und der Spindeltechnologie auf der anderen Seite kombiniert, entstehen weltweit konkurrenzfähige Antriebslösungen elektrischer oder mechanischer Art. Dass die Furtwanger dabei keineswegs auf Großserien “eingeschworen” sind, unterstreicht Seifritz bei der Übersicht über den “Quotenbringer” des Unternehmens. Das Kerngeschäft sind nämlich Höhenverstellungen für ergonomische Sitzmöbel. “Das wird hier noch stärker kommen”, ist sich auch sein Kollege Michael Schätzle vom Technischen Vertrieb sicher und verweist auf bereits existierende Auflagen der Arbeitsplatzausgestaltung in Skandinavien.

Die Idee, mit Blick auf die 175 Jahre ein Fest für die Mitarbeiter und die regionale Öffentlichkeit zu veranstalten, kam dabei aus Kreisen der Mitarbeiter. “Unser Chef Odin Jäger bleibt bei der Planung gerne außen vor”, betonen Schätzle und Seifritz. Sie sind die derzeit schon “sichtbaren” Motoren des Jubiläums. Ein halbes Dutzend weiterer Mitarbeiter bringt sich zudem in die Vorbereitungen ein. Sie verteilen sich auf zwei Arbeitsgruppen verteilt – entsprechend dem Programm am 15. September, dem ersten Samstag nach den Schulferien.

“Der Riesenandrang, den wir zuletzt beim Rentnertag' erlebt haben, aber auch allgemein das Interesse, das wir erleben, wenn wir Gäste empfangen, haben uns dazu bewogen, Besichtigungen anzubieten.” So wird es Führungen, aber auch Hinweistafeln geben. Ist der Informationshunger gestillt, geht es auf dem Firmenhof weiter, wo ein kleines Festzelt ab 10 Uhr morgens zum Verweilen lockt. “Wohl bis am frühen Abend”, gibt Seifritz den Zeitrahmen vor, der mit allerlei Darbietungen und sicher auch musikalischen Auftritten ausgefüllt werden wird.

Sicher nicht zum Fest fertig wird ein dauerhafter Beitrag zum Jubiläumsjahr. Der Vöhrenbacher Publizist Wilfried Dold arbeitet derzeit an einer Firmenchronik. Nachdem bereits vor Jahren das umfangreiche Ketterer-Archiv von einer Archivarin sortiert wurde, geht es jetzt darum, die wechselvolle Geschichte des Traditionsunternehmens in Auszügen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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