27.09.2008 | Besucheransturm zum 175. Geburtstag

Besucheransturm zum 175. Geburtstag

Südkurier, 27.09.2008

Dass sich hinter der denkmalgeschützten Backsteinfassade der Firma Ketterer Getriebebau ein hochmoderner Betrieb verbirgt, davon überzeugten sich am Samstag viele Besucher beim Tag der offenen Tür anlässlich des 175-jährigen Firmenbestehens. Nach dem offiziellen Empfang füllten sich die Produktionsräume mit vielen Interessierten, im Fabrikhof herrschte kunterbuntes Treiben.

“Das hätten wir uns damals auch gewünscht. Es ist alles anders – wirklich einmalig”, sagte Elisabeth Schindler, eine ehemalige Mitarbeiterin der Firma Ketterer, die das 175-jährige Firmenbestehen zum Anlass nahm, ihre alte Arbeitsstätte wieder einmal aufzusuchen. Staunend folgten die vielen Gäste dem grünen Teppich, der den Rundgang durch ein blitzblank geputztes Fabrikgebäude auswies, das wahre Festlaune ausstrahlte. Für Fragen standen die einheitlich mit orangenen T-Shirts ausgestatteten Mitarbeiter zur Verfügung und in der Fertigung lieferten Maschinen ihre Endprodukte. Die Besucher legten auch selbst Hand an und kurbelten Kinderschreibtische in die Höhe oder betätigten die automatische Verstellung eines Rollstuhls.

Dem Besucher wurde deutlich: Die Firma Ketterer Getriebebau produziert alles, was sich verstellen lässt. Ob ein Getriebe für den Gyrosgrill, für den verstellbaren Flachbildschirm oder für behindertengerechte Möbel – Ketterer Getriebebau setzt auf zukunftsorientierte Produkte und wird bei der internationalen Konkurrenz gefürchtet.

“Wir wissen, dass dieses Unternehmen sich seit 175 Jahren in dieser Stadt behauptet, weil seine Produkte besser als andere sind”, sagte ein stolzer Bürgermeister Richard Krieg in seiner Ansprache. Die enge Verbundenheit zur Stadt habe bereits bei den Vorgängern Felix und Oskar Ketterer und Emil und Felix Jäger bestanden und werde durch den jetzigen Firmenchef Odin Jäger weitergeführt, der neue Wege für die unternehmerische Innovation in dieser Stadt beschreite.

Der Firmenchef selbst eröffnete den offiziellen Rahmen mit einem Rückblick auf die 175-jährige Geschichte, die im Jahre 1832 mit Benedikt Ketterer und der Uhrmacherei begann. Als Sprecher der Industrie- und Handelskammer wandte sich Vizepräsident Lothar Reinhardt an die Festgäste. Er betonte die Wichtigkeit des Mittelstandes, so auch Ketterer Getriebebau. Mit besonderem Gespür werde eine beeindruckende Firmengeschichte weitergeführt.

Als dritter Redner meldete sich der holländische Firmenchef de Vries zu Wort, der seit 1994 mit der Firma zusammenarbeitet und sich für den hohen Exportanteil verantwortlich zeigt. Amüsant schilderte er seine anfänglichen Probleme mit der Traditionsfirma. “Sogar die Fracht habe ich noch bezahlen müssen”, schmunzelte er.

Den Festakt umrahmte ein Hornquartett, im Anschluss wurde der Rundgang mit sachkundiger Führung durch die Firma begonnen. Im Festzelt und auf dem gesamten Betriebsgelände herrschte reges Treiben, die Buslochhexen Schönenbach sorgten für die Bewirtung und die Gruppe “Mini-Rock” nachmittags für die richtige Feststimmung. Abwechslungsreich gestaltete sich auch die Kinderunterhaltung.

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