Über Ketterer

Ketterer Getriebe - Firmengebäude

Im Wandel der Zeit: 180 Jahre technische Kompetenz

Schon immer war der Schwarzwald für präzise Feinwerkmechanik bekannt. Die Uhren-Industrie hatte ihre Hochburg in der Region und so wurde auch von Benedikt Ketterer 1832 eine Uhrmacherwerkstatt gegründet.

Mit neuen Ideen immer vorne dabei zu sein, war schon immer ein Ziel der Geschäftsleitung. Das Resultat war neben hochpräziser Feinwerktechnik für Uhren der erste Stromanschluß in Baden und ein eigener Gleisanschluss für die Materialanlieferung.

Im Lauf der Zeit wandelte sich das Leistungsspektrum und nach Mitte des vergangenen Jahrhunderts lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung und Produktion von Getrieben für Sonnenschutz aller Art.

Seit 25 Jahren fertigen wir Antriebe für Höhenverstellungen von Büro- und Werkstatt-Arbeitsplätzen. Heute arbeiten am Standort Furtwangen rund 175 Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen für unser gemeinsames Produkt.



Seit 2008 | Expansion


2008 Ketterer USA expandiert

Um den gestiegenen Anforderungen des Marktes gerecht werden zu können, zieht Ketterer USA 2008 von Illinois nach North Carolina um. Hier kann die Lagerfläche um ein vielfaches erweitert werden. Außerdem bestehen nun auch Fertigungsmöglichkeiten vor Ort.

2010 Ketterer expandiert am Standort Furtwangen

Durch die stetig wachsende Nachfrage in den letzten Jahren war es unumgänglich am Standort Furtwangen einen umfangreichen Anbau und Umbau in Angriff zu nehmen. Im Fokus stand nicht nur eine Vergrößerung der Produktionsfläche sondern auch eine Umstrukturierung des Betriebs mit dem Ziel die Produktivität zu erhöhen bei gleichzeitiger Senkung der Stückkosten.

Dies wurde erreicht durch eine Verschlankung der Abläufe, die Schaffung der Voraussetzungen für die Anwendung der Fließfertigung und eine Modernisierung der Montageabläufe. Dabei wurde die vorhandene Grundstücksstruktur, mit sanfter Integration des unter Denkmalschutz stehenden Produktions- und Verwaltungsgebäudes, optimal genutzt.

2013 BLDC-Motorenproduktion

Mit dem Start der eigenen BLDC-Motorenproduktion hat Ketterer die ideale Ergänzung seines Produktportfolios. Kunden genießen nun den Vorteil alle Komponenten der Antriebstechnik inklusive passender Motoren und Steuerungen aus einer Hand zu bekommen. Die Mitarbeiterzahl ist auf 135 angewachsen.



1976 - 2007 | Ergonomie


1976 Ein Neubeginn mit Zukunft

Die Geschäfte des traditionsreichen Unternehmens gehen schleppend und es kommt zu einer Neuordnung der Besitzverhältnisse: Die Stadt Furtwangen baut die Südtangente und kauft von der BKS größere Grundstücksflächen. Felix Jäger nutzt die Möglichkeit und erwirbt in den 1970er-Jahren die Anteile weiterer Gesellschafter. 140 Jahre nach der Gründung gehört die BKS nun der Familie Jäger und Ursula Hepting.

1982 Mit Weitblick

Als 1982 im Alter von 20 Jahren Odin Jäger in der BKS seine Tätigkeit beginnt, ist die Firma eben in die Konstruktion und den Bau von Getrieben für höhenverstellbare PC-Arbeitsplätze eingestiegen. Ab 1984 übernimmt Odin Jäger die technische Leitung und verfügt über einen Stamm von 18 Mitarbeitern. Er erkennt die riesigen Möglichkeiten im Bereich von höhenverstellbaren Arbeitsplätzen und steuert die BKS auf soliden Wachstumskurs.

1990 Kundenspezifisch

Mit dem Beginn der kundenorientierten Entwicklung von spezifischen Kleingetrieben und kompletten Antriebselementen richtet sich KETTERER-Getriebe noch stärker auf die Bedürfnisse des Marktes aus: “Wir übersetzen Ideen”, definiert Odin Jäger die Leitlinie, denn oft besteht die Herausforderung, BKS-Höhenverstellungen oder elektrische Antriebe in bereits bestehende Grundmodule zu integrieren. Aber: Ketterer-Getriebe findet die perfekte-kundenspezifische Lösung!

2007 Von der Idee zur Serienreife

Entwicklung und Fertigung von Getrieben, Spindeln und Höhenverstellungen für ergonomische Arbeitsplätze, Antriebe für die Produktion von Solarzellen oder für Sondermaschinen: KETTERER-Getriebe ist der Problemlöser am Markt. Umsatzzuwächse von 50 Prozent dokumentieren, wie sehr die Maßstäbe Perfektion, Zuverlässigkeit und Beständigkeit greifen. Odin Jäger: “Vieles hat sich bei Ketterer verändert, aber eines ist geblieben: Es dreht sich für unsere ca. 100 Mitarbeiter auch nach 175 Jahren immer noch um Zahnräder.”



1924 - 1955 | Sonnenschutz


1924 Die Ära Emil Jäger

Als Oskar Ketterer die technische Leitung der BKS aufgibt und mit der Deutschen Zählergesellschaft ein eigenes Unternehmen gründet, beginnt die Ära von Emil Jäger. Der Mann von Olga Ketterer ist seit 1923 Leiter der Uhrmacherschule und in Personalunion technischer Berater der BKS. Ernst Hepting ist zu dieser Zeit kaufmännischer Leiter. Wie alle Unternehmen durchlebt die BKS in den 1920er-Jahren inflationsbedingt eine große Krise.

1946 Schwerer Neuanfang

Ab 1933 stabilisieren sich die Verhältnisse, auch weil man bis zum Zusammenbruch des Dritten Reiches Rüstungsgüter fertigen muss, so für die Luftwaffe. Mit sechs Beschäftigten nimmt Emil Jäger nach einer fast vollständigen Demontage durch die französische Besatzungsmacht 1946 die Fertigung wieder auf: Man produziert Aschenbecher! Sein Sohn Felix Jäger tritt in die BKS ein. 1952 wird eine KG aus drei Familienstämmen gegründet, Manfred Hepting übernimmt die Geschäftsleitung, Gerold Ketterer und Felix Jäger die technische Leitung. Zudem bleibt Emil Jäger noch bis 1957 beratend in der Geschäftsführung aktiv.

1955 Es bleibt beim Getriebebau

In den 1950er-Jahren eröffnet sich auf Initiative von Emil und Felix Jäger ein neues Geschäftsfeld mit großer Zukunft: Die Konstruktion und der Bau Getrieben für Jalousien, Markisen und Rollladen. Die Familie Jäger fällt die Entscheidung, das traditionsreiche Unternehmen mit dem Getriebebau fortzuführen. Die BKS bleibt bei ihren Wurzeln.



1899 - 1920 | Strom + Radio


1899 Stromzähler-Produktion

Nach Gas und Wasser wandte sich die BKS zur Jahrhundertwende der Stromzählerproduktion zu: Um an der Spitze der Entwicklung zu stehen, bitte Felix Ketterer die Uhrmacherschule, seinen ältesten Sohn Oskar in der Konstruktion und im Bau von Stromzählern auszubilden. Um 1900 verlassen die ersten Wechselstrom-Zähler die BKS. In den 1920er-Jahren entsteht aus diesem Produktionszweig die Deutsche Zählergesellschaft (DZG).

1910 Größter Arbeitgeber

Das Jahr 1910 ist in jeder Hinsicht eines der erfolgreichsten – und es ist das letzte mit Felix Ketterer an der Firmenspitze, der 1911 im Alter von 64 Jahren stirbt. “Benedikt Ketterer & Söhne” ist zur größten Furtwanger Fabrik aufgestiegen, die BKS beschäftigt nunmehr 350 Mitarbeiter. Nach dem Tod von Felix Ketterer steht Oskar Ketterer an der Spitze des Unternehmens, das er zusammen mit seinem Schwager Ernst Hepting leitet.

1920 Die BKS und das Radio

Die Radiotechnik und ihre vielen Möglichkeiten elektrisierte die Furtwanger Uhrenfabriken – viele erhofften sich einen neuen Zukunftsmarkt. Zusammen mit Professor Dr. Weiss entwickelte die BKS sogenannte “Radio-Baupläne” samt Teile, die einen Radio-Selberbau möglich machten. Der Furtwanger Radiopionier Oskar Ketterer hatte darin die volle Unterstützung seines Schwagers Emil Ketterer, Leiter der Uhrmacherschule, der als technischer Berater fungierte. Der Markt entwickelte sich rasch, aber die BKS blieb dann doch bei ihrem Kerngeschäft, dem Getriebebau.



1872 - 1898 | Die Fabrik


1872 Telefon + Kraftwerk

Die Verbindung zwischen der Ketterer-Fabrik in der Bregstraße und dem Werk 2 am Straßberg, wo man Regulatoren fertigt, erfuhr 1872 eine schlagartige Verbesserung: Felix Ketterer führte in Furtwangen das Telefon ein, baute eine 180 Meter lange Fernsprechleitung auf. Ständig offen für technische Neuerungen folgt als ebenso revolutionärer Schritt die Aufnahme der eigenen Stromerzeugung: An der Roten Mühle erzeugt eine Turbine ab 1890 Strom, eine Freileitung für die Energie ins Werk 1 in der Bregstraße. Felix Ketterer wird die erste elektrische Kraftübertragung in Baden zugeschrieben.

1880 Ketterer-Innovationen

Impulse geben, Ideen bewegen – der BKS ist eine Vielzahl technischer Innovationen zu verdanken – bis heute ist das so. Die vielen Auszeichnungen im19. Jahrhundert widerspiegeln die Leistungsfähigkeit eindrucksvoll: Verdienstmedaille bei der Weltausstellung von1878, Silberne Medaillen und Urkunden für herausragende Produkte in Wien, Chile oder Philadelphia. Den Erfolg widerspiegeln auch die Beschäftigtenzahlen: 1898 sind es bereits 150 Mitarbeiter.

1898 Der Bau der BKS

Die architektonisch schönste Fabrik weit und breit – das durch Felix Ketterer erbaute Backsteingebäude am Großhausberg ist das industrielle Wahrzeichen der Uhrenstadt Furtwangen schlechthin. Eine 50-PS-Lanzlokomobile sorgt für genügend Energie zum Antrieb von ca. 150 Maschinen. Sogar einen eigenen Eisenbahnanschluss bekommt die BKS. Heute ist die Fabrik ein technisches Kulturdenkmal. Im Inneren aber herrscht “Ketterer-Geist”: Ideen bewegen, Tüfteln und Konstruieren!



1832 - 1871 | Zeit, Gas, Wasser


1832 Schwarzwaldengländer

Benedikt Ketterer und sein jüngerer Bruder Martin, wohl beide gelernte Uhrmacher, wandern vom Philippenhof in Langenbach nach England aus und begründen mit Uhrenhandel in Portsea, ein Stadtteil von Portsmounth, das Unternehmen “Ketterer & Co.”. Benedikt und Martin Ketterer haben großen Erfolg, die “Schwarzwaldengländer” kehren als wohlhabende Männer zurück: Benedikt 1840, Martin um 1856. Den Gewinn investieren sie in ein neues Unternehmen in Furtwangen, einem Zentrum der Schwarzwälder Uhrmacherei: Benedikt Ketterer gründetet die Firma: “Benedikt Ketterer & Söhne” – sie entwickelte sich in kurzer Zeit zur ersten Furtwanger Fabrik.

1845 Die Uhrmacherwerkstatt

Benedikt Ketterer erwirbt ein Doppelhaus in der Bregstraße und eröffnet eine mechanische Werkstatt, die “alle Sorten Uhren herstellt”. Von Furtwangen aus beliefert er seinen Bruder mit Uhren, der das Unternehmen in Portsea unter eigenem Namen noch weitere 15 Jahre erfolgreich fortführt. Benedikt Ketterer konstruierte auch komplizierte Uhrwerke, er war mathematisch und technisch äußerst versiert – ein Erfinder!

1851 Der Technikpionier

Benedikt Ketterer erkennt schon früh die Zeichen einer neuen Zeit: In den Städten heizt und beleuchtet man die Häuser mehr und mehr mit Gas – wie aber misst man den Verbrauch? So fertigt Benedikt Ketterer ab 1851 Gasuhren, die ersten 20 gehen nach Freiburg. Damit hat der Furtwanger im uhrenmachenden Schwarzwald einen neuen Industriezweig begründet, das Land Baden verleiht ihm dafür 1858 die Silberne Verdienstmedaille.

1871 Wasseruhr + Baduf

Felix Ketterer wirkt seit den 1860er-Jahren im Unternehmen des Vaters, das er nach dem Tod von Benedikt Ketterer im Jahr 1871 übernimmt. Felix Ketterer forciert die Fabrikation von Wasseruhren. Die Fertigung der Schwarzwalduhren und feiner Regulatoren gliedert er 1873 in die Badische Uhrenfabrik aus, deren Technischer Leiter er in Personalunion wird. Felix Ketterer nennt die BKS nun “Erste Badische Wassermesser-Fabrik”. Er fertigt zudem Gasuhren, aber auch Nummerier- und Zählwerke.